Am 25.8.07 sind wir, sieben internationale Schueler und Mr. Goodhall, frueh morgens nach Whakatane aufgebrochen. Nach vielen Kilometern und Denkspielen sind wir schliesslich angekommen. Nach einer kurzen Staerkung im nahegelegenen Café, sind wir mit einem 20-knoten schnellen Boot Richtung Island gefahren. Dank guter Unterhaltung, leckerem Essen und stahlendem Sonnenschein verging die 1.5 stuendige Fahrt wie im Fluge. Leicht verwirrt waren wir hingegen als die Crew aufeinmal Helme und Gasmasken an uns austeilte, natuerlich wurde dieser Moment gleich in Fotos festgehalten. Das letzte Stueck zur Insel haben wir dann in kleineren Schlauchbooten zurueckgelegt. An Land merkten wir aber sogleich wozu die Masken dienten, ein widerlicher Gestank von faulen Eiern stieg uns allen in die Nasen. Aber unserer Begeisterung tat dies keinen Abbruch, in zwei Gruppen eingeteilt, erkundeten wir die etwa zwei Kilometer lange Vulkaninsel. Heisse Sprudelquellen, gelbe Lavasteine und spritzende Geisiere beanspruchten unsere Aufmerksamkeit.
Da Mr Goodhall meinte, dass der graue Schlamm ein schoeneres Hautbild verleihen wuerde, schmierten wir Maedchen uns das Zeug gleich ins Gesicht. Schockiert stellten wir jedoch fest, das es total auf unserer Haut brannte. Wahrscheinlich war es doch eher nur ein Scherz!
Waehrend wir hoch bis zum Grater wanderten, erzaehlte uns der Guide viele interessante Dinge ueber White Island. Die meisten waren jedoch von der Landschaft so beeindruckt und beschaeftigt Fotos zu machen, das sie kaum zuhoerten (zumindestens ging es mir so). Ihren Namen hat die Insel jedenfalls verdient, schon von weit draussen vom Meer kann man den weissen aufsteigenden Dampf sehen.
Tapfer probierten wir auch alle das Wasser aus einem schmalen Rinnsal, das einen erschreckend aehnlichen Geschmack nach Blut hatte. Am Ende machten wir dann noch einen Abstecher zur Ruine, eine ehemalige Fabrik, von der allerdings nicht mehr viel uebrig ist. Ploetzlich bekamen wir auch noch Besuch von zwei Helikoptern, die die Insel umkreisten und schliesslich landeten. Da wir alle aber doch eher knapp bei Kasse sind (!!!), mussten wir zurueck auch wieder mit dem Boot vorlieb nehen. An Bord kam uns ploetlich die verrueckte Idee baden zu gehen, schliesslich muss man ja einmal im Pazifik gewesen sein. Aber wie sich herausstelte war es kein Srung ins kalte Wasser, sondern ein Sprung ins eiskalte Wasser. Am Anfang blieb mir sogar fast die Luft weg, aber wir waren alle tapfer und schwammen sogar eine Runde ums Boot und damit die anderen uns auch unser nasses Abenteuer glauben wuerden, machte Mr. Goodhall eifrig Beweisfotos. Voellig ausgefroren und ausgehungert machten wir uns dann auf dem Boot ueber den leckeren lunch her. Bevor es wieder Richtung Festland ging, hielt das Boot noch vor einer kleineren Nachbarinsel, auf der man bei genauerem Hinsehen sogar Robben entdecken konnte. Die Rueckfahrt, die leider etwas schaukelger war, verbrachten die meisten schlafend unter Deck und trauemten nochmal von dem tollen Tag auf der White Island, der viel zu schnell vergangen war, so wie eigentlich die ganze Zeit meines Neuseelandaufenthaltes. Aber ich habe eine schoene Erinnerung und viele Fotos, die schon auf Freunde und Famlie daheim in Deutschland warten.
Iris Rothkirch